Negative Glaubenssätze auflösen in 5 Minuten? Bullshit-Methoden mit unterschätztem Risiko.

13.06.2022 | 1 Kommentar

“Ich bin nicht gut genug”, seufzt meine Klientin Lisa und senkt den Blick. “Dieser Glaubenssatz begleitet mich schon mein Leben lang und dabei habe ich schon so viel versucht, um ihn aufzulösen.” Ich frage Lisa, was genau sie schon alles ausprobiert hat und erfahre von Angeboten, wie sie mir auch schon im Internet, bei YouTube oder bei Instagram begegnet sind:

  • Gratis Minikurs: „Wie du in 3 einfachen Schritten deine negativen Glaubenssätze auflöst!“
  • Transformiere limitierende Glaubenssätze mit dieser 10-minütigen Meditation“ (und buche anschließend mein hochpreisiges Coaching-Programm)
  • Selbstcoaching-Methode für negative Glaubenssätze

Ich verstehe Lisas Frust und Selbstzweifel. Die Methoden versprechen eine schnelle Lösung, die sich gut verkauft. Für Lisa hat keine dieser Quick-Win-Methoden funktioniert. Schlimmer noch: als sie sich in einem Online-Kurs zur persönlichen Weiterentwicklung mit dem Ursprung ihres Glaubenssatzes beschäftigte, kamen schmerzhafte Erinnerungen wieder an die Oberfläche, die sie allein nicht bewältigen konnte.

Diese arbeiten wir nun gemeinsam im 1:1 Coaching auf.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den unterschätzten Risiken bei der Glaubenssatzarbeit und geben dir Empfehlungen, wie du eine:n für dich passende:n Coach:in findest.

Was sind eigentlich Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, Annahmen und Einstellungen, die sich im Laufe des Lebens gebildet haben. Ohne Glaubenssätze könntest du dich in deiner Welt nicht orientieren. Das bedeutet, die inneren Glaubenssätze, egal ob positiv oder negativ, betreffen dein ganzes Leben.

Die Auswirkung der Glaubenssätze zieht sich wirklich durch alle Bereiche deines Seins. Nur um einige mal zu nennen:

  • Selbstwertgefühl
  • familiäre Beziehungen
  • Freundschaften
  • Partnerschaften
  • beruflicher Erfolg
  • Umgang mit Geld

Diese inneren Bilder, die sehr individuell für jeden einzelnen Menschen sind, wirken meist unbewusst in uns. Und genau deshalb haben sie einen so großen Einfluss darauf, wie du Situationen bewertest und auf sie reagierst.

Innere Glaubenssätze – Beispiele

  • Das schaffe ich nicht!
  • Ich bekomme nie einen Partner, der zu mir passt!
  • Ich glaube daran, dass ich es schaffe!
  • Ich bin schuld!
  • Ich bin liebenswert!
  • Ich werde nie das bekommen, was ich mir wünsche!
  • Ich habe nicht genug Zeit!
  • Das habe ich nicht verdient!
  • Alle Männer sind scheiße!
  • Frauen sind zickig und anstrengend!
  • Ich bin schön!
  • Ich falle zur Last!
  • Niemand liebt mich!
  • Geld ist unwichtig!
  • Die Welt ist kein Ponyhof!
  • Ich genüge nicht!
  • Ich kann echt nichts!
  • Wie dumm bin ich eigentlich?!
  • Ich gehe achtsam mit mir um!
  • Ich bekomme nur Anerkennung, wenn ich viel und hart arbeite!
  • Arbeit muss anstrengend sein!

Na? Erkennst du einen Glaubenssatz von dir wieder?

Diese Aufzählung ist natürlich bei weitem nicht vollständig. Es sind Beispiele, damit du einen Eindruck gewinnen kannst, was innere Glaubenssätze sein können.

Einige Glaubenssätze sind hilfreich. Andere Glaubenssätze können uns jedoch daran hindern das Leben zu führen, das wir uns wünschen. Und genau hier entsteht der Wunsch nach Veränderungen, denn Glaubenssätze sind nicht in Stein gemeißelt.

Wie kann man limitierende Glaubenssätze schnell und einfach auflösen?

Stellst du dir auch die Frage wie du Glaubenssätze auflösen kannst? Dann geht es dir wie ganz vielen. Der Wunsch ist groß, negative Glaubenssätze zu transformieren, damit endlich das Leben gelebt werden kann, was sich die eigene Seele wünscht. Endlich zufrieden und glücklich sein und das in allen Lebensbereichen!

Viele Coach:innen vermitteln den Eindruck, dies sei mit der richtigen Methode ganz leicht. Befolge diese 3 einfachen Schritte… und schwupps, bist du deine negativen Glaubenssätze los und lebst das Leben, das du dir wünschst. Die Methoden variieren und haben doch eines gemeinsam: das Versprechen vom schnellen und einfachen Erfolg.

Aus unserer langjährigen Praxis sagen wir: So verlockend es auch klingt – Um hartnäckige Glaubenssätze zu transformieren braucht es mehr als ein paar Minuten oder drei einfache Schritte.

Einfache und schnelle Lösungen klingen im Marketing natürlich deutlich attraktiver, um Hilfe suchende Menschen zum Kauf zu bewegen. Doch Quick-Win-Methoden sind nicht nur fragwürdig, sondern können auch ein großes Risiko bergen.

Das Problem nämlich daran ist: Den Menschen wird vermittelt, es sei ganz leicht, negative Glaubenssätze aufzulösen und zu transformieren. Das funktioniert aber in den meisten Fällen nicht. Nicht, wenn es tiefsitzende Glaubenssätze sind. Nicht, wenn diese seit Kindheit in dir wirken. Nicht, wenn sie dir nicht mal bewusst sind.

Diese Coach:innen suggerieren eine Leichtigkeit in etwas, was wirklich Arbeit bedeuten kann. Das ist nicht nur demotivierend und frustrierend, sondern kann für die Seele und die Psyche wirklich problematisch sein.

Eine persönliche Erfahrung, die nachdenklich macht

Eine persönliche Erfahrung verdeutlichte uns die Brisanz dieses Themas. In einem Gruppen-Coaching ging es um die Auflösung von Glaubenssätzen. Während eines einstündigen Live Q&A mit ca. 20 Personen berichtete ein Coachee über eine Übung im Workbook und erzählte, wie er einen negativen Glaubenssatz in einen positiven Satz wandeln konnte.

Die Reaktion des Coaches darauf: „Nein, du hast den Satz falsch gedreht. Ich habe schon so viele Glaubenssätze transformiert, ICH weiß wie das geht“.

Das Verhalten dieses Coachs machte mich sprachlos, denn seine Aussage ist nicht nur fachlich gesehen falsch, sondern kann bei dem Menschen psychisch viel anrichten.

Keiner, wirklich keiner, weiß wie für den anderen ein Glaubenssatz richtig gedreht wird. Kein:e Coach:in, kein:e Therapeut:in, NIEMAND!

Hier mal ein kurzes Beispiel, wie ein und derselbe Satz für den einzelnen Menschen eine andere Bedeutung haben kann.

Negativer Glaubenssatz:
„Ich verdiene es nicht, geliebt zu werden!“

Dieser Glaubenssatz kann transformiert werden in einen positiven Glaubenssatz, wie

  • „Ich bin liebenswert!“
  • oder „Ich bin schön“
  • oder „Ich lebe in Liebe und Harmonie“
  • oder „Ich bin gut so, wie ich bin!“
  • oder, oder, oder …

Es gibt so viele Möglichkeiten einen Satz zu drehen. Die persönliche Bedeutung des Ursprungssatzes ist das ausschlaggebende, nicht das Wort.

Und nicht nur das. Es ist wichtig zu verstehen, wann und wozu dieser Satz in der Vergangenheit entstanden ist. Diese Situation kann dann bearbeitet werden. Erst durch die Bearbeitung in der Vergangenheit ist eine Umkehr des Glaubenssatzes für die Seele möglich.

Alles andere bleibt rein kognitiv. Dann hast du vielleicht etwas verstanden, aber es fühlt sich deswegen noch lange nicht besser an, geschweige denn, dass du dich dann das nächste Mal auch anders verhältst.

Dem Coachee aus dem Live-Call war anzusehen, dass es nicht für ihn stimmte. Es wurde aber keine Zeit eingeräumt, denn es meldete sich bereits der nächste Coachee für ein ganz anderes Thema.

Unterschätzte Risiken bei der Arbeit an inneren Glaubenssätzen

Die zuvor geschilderte persönliche Erfahrung haben nicht nur wir gemacht. In unserer Arbeit begegnen uns immer wieder Menschen, die von solchen Situationen oder Erlebnissen berichten und darunter wirklich leiden. Genau wie Lisa, die du zu Beginn des Artikels kennengelernt hast.

Die Arbeit an inneren Glaubenssätzen kann zutiefst emotional und aufwühlend sein. Schmerzhafte Erinnerungen können hochkommen und alte Wunden aufreißen. All das braucht einen vertrauensvollen Rahmen, in dem Coachees professionell aufgefangen und begleitet werden können.

Selbstlernkurse oder Gruppenprogramme können diesen Rahmen meistens nicht bieten.

Du wirst angeleitet, dich mit deinen Glaubenssätzen zu beschäftigen. Vielleicht geht alles gut für dich. Doch wenn du in eine emotional aufwühlende Situation kommst, bist du in diesem Moment allein damit.

Keiner weiß vorher, was passiert. Keiner weiß, was in einem hochkommt, wenn man sich intensiver mit seinen negativen Glaubenssätzen beschäftigt.

Du machst eine Meditation, ein Webinar, bearbeitest ein Workbook und … es ploppt etwas auf!

Vielleicht ist ein tief vergrabenes Trauma wieder da. Du hast Angst, bist verzweifelt, fühlst dich hilflos, gefangen in den alten negativen Gefühlen und …  du bist allein.

Allein mit Nichtprofis, allein mit einem nicht dafür geschulten Support-Team, allein mit Fragen, die du nur im Chat stellen darfst – natürlich erst nächste Woche im Live-Call.

Wenn du in einem solchen Fall professionelle Unterstützung brauchst und nicht bereits eine:n Therapeut:in oder Coach:in hast, musst du möglicherweise lange auf einen Psychotherapieplatz warten. Seit der Pandemie gibt es mittlerweile Wartezeiten bis zu 9 Monaten. Unvorstellbar, wenn ein Mensch mit seiner Hilflosigkeit, Trauer und seinen Ängsten dringend Unterstützung benötigt.

Nicht jede:r Coach:in ist die Tragweite der Glaubenssatzarbeit bewusst. Manch eine:r hält es vielleicht auch für ein vertretbares Risiko und befindet sich rechtlich auf der sicheren Seite. Schließlich wurde im Kleingedruckten und vielleicht auch im Kurs darauf hingewiesen, dass das Programm nur für psychisch stabile Menschen geeignet ist.

Aus unserer Erfahrung als Therapeutinnen und Coachinnen sind wir der Meinung, dass Glaubenssatzarbeit häufig unterschätzt wird und einen sicheren Rahmen braucht.

Glaubenssätze transformieren – Unser Ansatz

Du kannst von alten negativen Glaubenssätzen wegkommen. Das es möglich ist, wissen wir aus langjähriger Erfahrung mit unseren Klient:innen.

Der erste Schritt ist dabei, sie aufzuspüren und den alten Einflüssen und Sätzen die Macht zu nehmen.

Klingt einfacher als es ist, denn diese Sätze sind oft hartnäckig und fest verankert. Warum? Weil sie wahrscheinlich sehr früh in deinem Leben entstanden sind und dich seitdem beständig begleiten. Dabei waren sie nicht immer schlecht. Sondern du hast im Laufe deines Lebens Strategien entwickelt mit diesen Glaubenssätzen umzugehen, sie auszuhalten. Und diese Strategien sind wahre Ressourcen.

Wenn du z.B. aufgrund des Glaubenssatzes “Ich muss perfekt sein” die Strategie entwickelt hast, viel zu lernen, sehr gewissenhaft und fleißig zu sein, so wird dir das wahrscheinlich in der Schule gute Noten und später einen anspruchsvollen Job beschert haben. Nur wird irgendwann diese Strategie zu viel. Du entwickelst vielleicht einen überzogenen Perfektionismus oder rennst geradewegs lächelnd in einen Burnout.

Die Strategien passen dann nicht mehr, weil die Umstände sich geändert haben – du bist eben nicht mehr 4 Jahre alt.

Und gerade weil deine Glaubenssätze meist so tief verankert sind, ist es allein schwer, an sie heran zu kommen. Bis ein negativer Glaubenssatz in der Tiefe aufgespürt und aufgearbeitet ist, kann einiges an Zeit vergehen. Allein das Bewusstwerden und Drehen des Glaubenssatzes reicht nicht aus. Es braucht regelmäßige Übung im Alltag, um einen neuen positiven Glaubenssatz in sein Leben und seinem Unterbewusstsein zu integrieren.

Bei diesen Schritten können wir dich begleiten. Und sollte etwas an die Oberfläche kommen, das dich psychisch belastet, können wir dich dank unserer therapeutischen Erfahrung dabei gut auffangen.

Bevor wir uns gemeinsam an das Transformieren deiner negativen Glaubenssätze heranwagen, ergründen wir mit dir folgende Fragen:

  • In welchem Bereich deines Lebens wirken negative Glaubenssätze?
  • Was sind es für Glaubenssätze?
  • In welcher Phase deines Lebens sind sie entstanden?
  • Wirken diese Glaubenssätze noch heute in dir?
  • Welche von den Glaubenssätzen bestimmen auch heute noch deinen Alltag?
  • Beeinflussen deine Glaubenssätze die Beziehungen zu anderen Menschen?
  • Werden dir deine negativen Glaubenssätze in deinem Alltag bestätigt?

Dabei ist es uns auch ganz wichtig zu würdigen, was du für Ressourcen durch deine Glaubenssätze geschenkt bekommen hast (Stichwort fleißig lernen, erfolgreich sein). Im nächsten Schritt erarbeiten wir mit dir eine für dich passende Umformulierung deiner Glaubenssätze und schauen ganz konkret, wie du diese in deinen Alltag integrieren kannst. Kleinschrittig begleiten wir dich auf deiner Reise.

Innere Glaubenssätze auflösen – so findest du passende Unterstützung

Es gibt unzählige Coaches und Coaching-Angebote zum Thema Glaubenssatzarbeit. Schaue dir gut an, welches Angebot zu dir passt. Überprüfe, ob es für dich glaubwürdig ist, was formuliert und damit versprochen wird. Probiere aus, vertraue dir, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst. Verlass dich auf dein Bauchgefühl.

Auf diese Punkte kannst du achten, wenn du auf der Suche nach professioneller Unterstützung bist, um deine limitierenden Glaubenssätze zu transformieren:

  • Vor der Buchung ist deutlich zu erkennen, dass es ein tiefes und emotionales Thema werden kann (und dieser Hinweis steht nicht nur im Kleingedruckten).
  • Eine Triggerwarnung ist deutlich zu sehen und dieser Hinweis kommt nicht erst während des Programms.
  • Falls es sich um ein Gruppencoaching handelt, so findet dieses regelmäßig in einem festen Rahmen statt. So können Vertrauen und eine Beziehung aufgebaut werden.
  • Es ist Zeit eingeplant, in der du deine persönlichen Themen angehen kannst.
  • Dein:e Coach:in ist für dich persönlich greifbar (und nicht nur über den Umweg eines Support-Teams, keine live-Calls mit übermäßig vielen Personen und wenig Zeit oder bei Live-Q&As nur mit der Möglichkeit im Chat Fragen zu stellen)
  • Du hast die Möglichkeit eines 1:1 Coachings (im Kurs inklusive oder zubuchbar)
  • Dein:e Coach:in ist auch im therapeutischen Bereich ausgebildet (und weiß dadurch wie mit einer emotionalen Krise umzugehen ist.)
  • Das Marketing ist transparent und macht keine Versprechen, z.B. dass die Transformation deiner Glaubenssätze „einfach“ sei und schnell zu erreichen ist (z.B. in nur 7 Minuten …, in 3 Schritten …, in nur einer Meditation)

Folgende Fragen können dir zusätzlich helfen, um eine:n passende:n Coach:in zu finden:

  • Ist mir die Person sympathisch?
  • In welchen Bereichen ist die Person ausgebildet?
  • Was will sie mir verkaufen?
  • Ist das Produkt das richtige für mich?
  • Was sagt meine Intuition?
  • Bin ich zwiegespalten? Und warum? Was genau lässt mich stocken?
  • Kann ich Fragen stellen bevor ich kaufe?
  • Kann ich mit der Person vorab persönlich in Kontakt treten?

Du kannst dich auf deine Intuition verlassen. Das wissen wir auch ohne dich zu kennen 😉

Deine Seele weiß einfach, was gut für dich ist. Sie weiß, ob das Coaching etwas für dich ist oder nicht! Höre darauf. Sie weiß es. Du weißt es. Es ist in dir.

Übrigens… das gilt natürlich auch bei unseren Angeboten. Wenn dich etwas zögern lässt, es irgendwas in dir auslöst, was nicht passt, kontaktiere uns. Wenn dein Inneres hadert, es sich ungut anfühlt, oder dich irgendetwas innerlich daran hindert, dann stimmt das. Höre darauf.

Deine Seele zeigt dir den Weg. Du darfst leise werden und lauschen, was sie dir zu sagen hat.

P.S. Wenn du möchtest, kannst du uns gerne ein Kommentar hinterlassen! Oder du schreibst uns eine E-Mail. Wie hat dir dieser Blog-Artikel gefallen? Möchtest du noch mehr zu dem Thema wissen? Hast du selbst auch schon mal damit Erfahrungen gemacht?
Wir freuen uns von dir zu lesen!

Quellen

Hey, wir sind Verena und Katja, die Gründerinnen von WunderSein.
Hier bloggen wir zu allen möglichen Themen aus Spiritualität, Coaching und Therapie.

Hey, wir sind Verena und Katja, die Gründerinnen von WunderSein.
Hier bloggen wir zu allen möglichen Themen aus Spiritualität, Coaching und Therapie.

1 Kommentar

  1. Liebe Verena und liebe Katja, danke für diesen guten Artikel, der eine ganz wichtige Botschaft enthält. Es wird wirklich viel Schindluder betrieben auf diesem Gebiet. Umsomehr freue ich mich darüber, dass es euch gibt.
    Herzensgrüße
    Corinna

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